Johanniskirchen: Fahndungsaufrufe am Rathaus, an der Kirchentüre und an Gartenzäune wiesen daraufhin, dass sich in Johanniskirchen ein Räubertrio herumtreibt. Was es mit dem Raubhauser Gust (Manfred Schilcher) der Rauberhur Rothen Res (Christa Froschauer) und dem Räuber Jackl (Hans Lutz) die steckbrieflich in Johanniskirchen gesucht werden, auf sich hat, wollten viele sich nicht entgehen lassen. Restlos ausverkauft waren alle sechs Vorstellungen des "Rauberpfaff" von Peter Landsdorfer.
Das Stück spielt in einem Dorf um die Jahrhundertwende. Der künftige Pfarrer von Johanniskirchen ist mit seinem Rossfuhrwerk verunglückt. Im Koffer des Verunglückten finden die drei Räuber jede Menge Utensilien, von der Ministrantenglocke bis zur Bibel und zum Talar. Der listige Räuber Jackl, der eine Vorliebe für a Antnjung hat, kam auf die Idee, der Raubhauser Gust soll sich als Pfarrer von Johanniskirchen vorstellen. Beim Empfang des neuen Pfarrers in der Sakristei merkten die Dorfbewohner nichts vom Rollentausch des Raubhauser Gust. Sogar der Gendarm Oberkommissär Schnellzug (Günther Rackerseder) fällt auf die Schliche des Räubertrio rein, und verhilft dem Pfarrer den Fluchtweg zur Kirche aufzusperren. Weiter verspricht er dem Rauberpfaff alle "kriminellen Subjekte" fernzuhalten.
Beim Messlesen hatte der neue Pfarrer seine Schwierigkeiten. Die Predigt war abgestimmt auf das "ehrenwerte" Leben des Raubhauser Gust. Statt dem Schlussegen bei der Abendandacht verabschiedet er sich mit "Pfiad euch Gott, Guad Nacht, morgen segn ma uns wieda". Für die bigottische Siachlerin (Andrea Heilmaier) ist das halt "Bürgernähe" hält sie dem Bürgermeister vor. Für sie ist nur wichtig "das a schee is" da neie Herr Pfarrer.
Während die Gläubigen beim Gust in der Kirche saßen, erleichtert der Räuber Jackl die geldigen von Johanniskichen um ihre am Fiskus vorbei geführten Moneten.
Etwas unsicher waren die Theaterbesucher als sie in der Pause einen Beichtaufruf durch die Ministranten ausgehändigt bekamen. Manche bekamen schon feuchte Hände, sollen wirklich jetzt alle beichten?
Im Beichtstuhl wurde dem Pfarrer jede Menge Schmiergeld zugesteckt, und die Honoratioren des Dorfes vertrauten ihm an, wo sie ihr Schwarzgeld versteckt haben.
Der Bräu (Ewald Bachmaier) will den neuen Pfarrer dafür gewinnen, dass er für sein Wirtshaus wirbt, und vielleicht dafür sorgt dass das Amt des Bürgermeister in die "richtigen Hände" kommt. Die "protzate" Bäuerin (Karin Pichlmeier) nötigt den Pfarrer dazu, dass er ihre immer "bläder" werdende Tochter unter die Haube bringt. Dafür rückt sie ihr Oageld heraus.
Während die Tochter Annamierl (Rita Graber) dem Pfarrer gestand, sich nur "bläd" zu stellen, damit sie den "depperten" und "schiachn" Buam vom Bräu nicht heiraten muss. Bürgermeister Spreitzl (Kurt Orthuber) will den Pfarrer für seine politischen Ziele gewinnen, in dem er ihm "freiwillig getätigten Bürgerzuwendungen" durchs Beichtgitter schiebt. Auch der Schlucker (Matthias Attenberger) verstand sich sehr schnell mit dem neuen Pfarrer, weil dieser das bisherige Messweinabkommen weiter zusagte Lediglich dem Mesner (Stefan Stelzeneder) kommt die Sache "spanisch" vor, aber er schweigt.
Von Anfang an hatte er einen Verdacht, dazu war er schon zu lange Mesner, und er ist nicht so blöd wie der Bürgermeister mit seinen "Freunderln", denn es gibt auch Intelligenz im Sulzbachtal. Letztendlich bleibt der Rauber Gust ein Lebtag lang Pfarrer in Johanniskirchen, weil ihn alle so gern mögen, er ist halt ein ehrenwerter Räuber. Das Fräulein Resa bleibt seine seine Hauserin. Immer wieder gab es Szenenapplaus, für die professionelle Aufführung. Alle Darsteller verkörpern ihre Rolle überzeugend. Von den Zuschauern gab es viel Lob, man merkt halt, dass Pfarrer Alfred Binder Regie führt, war immer wieder zu hören. Dieser ist auch für das sehenswerte Bühnenbild und für die Orginal Sakristei verantwortlich.



